Ähnlich dem Dienstrad-Leasing können Unternehmen ihren Mitarbeitern ein Auto via Gehaltsumwandlungsmodell stellen. Die VW-händlereigene Fuhrparkmanagementgesellschaft "Flotte Eins" hat dafür eine Plattform entwickelt. Ansprechpartner für das Jobcar-Leasing bleiben die Autohäuser vor Ort.
Das Leasing von E-Bikes & Co. via Gehaltsumwandlung, mit dem der Arbeitgeber bei der Belegschaft punkten kann, hat sich als fester Bestandteil von Vergütungsmodellen etabliert. Groß- und Businesskunden der Fuhrparkmanagementgesellschaft "Flotte Eins" sowie der 35 inhabergeführten VW-Händlergruppen als Eigner stellten daher konsequenterweise die Frage: Kann man so etwas auch für Pkw gestalten? „Diesen Impuls haben wir aufgegriffen und etwa zwei Jahre an dem Modell und einer IT-Plattform zur Darstellung und Abwicklung der Prozesse gearbeitet. Im Mai 2025 sind wir mit ‚JobCar von Flotte Eins‘ online gegangen“, sagt Geschäftsführer Jörg Brand.
Seither können Unternehmen jeder Größe ihren Angestellten einen Pkw analog dem Dienstrad-Prinzip über die VW-Autohäuser mit 82 Großkunden-Leistungszentren und insgesamt 320 Standorten überlassen und digital via jobcar-flotteeins.de managen.
Welche Mitarbeiter Zugang bekommen, wie hoch die maximale Leasingrate sein darf, welche Modelle zur Auswahl stehen, all das definiert jede Firma für sich. Diese Rahmenbedingungen zurren die Verantwortlichen dann mit den zuständigen Kontaktpersonen in den Autohäusern fest. Vorgegebene Parameter: Das Leasing der Autos läuft 24 Monate mit einer Laufleistung von 10.000 bis 35.000 Kilometern pro Jahr. Im Paket sind alle Services wie Wartung & Verschleiß, Räder/Reifen und Kfz-Versicherung enthalten – ausgenommen: das Laden respektive Tanken. „Auch eine Leasingratenversicherung ist dabei, mit der sich beide Seiten etwa für den Fall der Kündigung, Langzeiterkrankung und Ereignisse wie Schwangerschaft absichern können“, sagt Jörg Brand. „Diese Versicherung kann optional vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer getragen werden.“ Die Prämienhöhe beziffert er nicht. Nur so viel: Sie sei überschaubar.
Die monatliche Abrechnung der Leasingrate erfolgt via Bruttogehaltsumwandlung seitens des Arbeitgebers, auf den der Pkw auch zugelassen wird. Allerdings können Kunden im Unterschied zum Dienstrad das Auto nach Ende der Vertragslaufzeit nicht übernehmen, sondern es geht an das Autohaus zurück. Der Rücknahmeprozess einschließlich Protokoll läuft wie bei einem klassischen Firmenfahrzeug.
Alle Daten sind für das jeweilige Unternehmen in der digitalen Anwendung hinterlegt. Hierauf haben sowohl die Autohäuser als auch die zuständigen Stellen beim Arbeitgeber sowie die Jobcar-Nutzer rollenspezifischen Zugriff. Letztere konfigurieren und kalkulieren dort ihr Wunschauto und sehen ihre Vertragsdaten. Der Arbeitgeber löst die Bestellung aus und hat einen Überblick etwa über die laufenden Fahrzeuge samt Kennzeichen und darüber, wann die Verträge enden. „Für Abrechnung und Controlling erhalten die Unternehmen die Informationen über die Leasingraten und wie sich die einzelnen Servicebausteine zusammensetzen“, so Brand. Gemäß dem Geschäftsführer berechnet die Fuhrparkmanagementgesellschaft für die digitalen Dienste pro Jobcar eine Monatsgebühr, die sich im unteren einstelligen Euro-Bereich bewegt.
Rund 1.000 Fahrzeuge sind bisher über die Plattform geleast. „Dabei handelt es sich zu 100 Prozent um E-Autos“, berichtet Brand, obwohl man antriebsoffen ist. „Das Angebot nutzen nicht nur große, sondern interessanterweise auch kleine und mittelständische Firmen mit 20 bis 30 Mitarbeitern wie Elektro- und SHK-Handwerker als Recruiting-Mittel.“ Weiterer Beweggrund: die Pendlermobilität im Sinne nachhaltiger Firmenziele zu beeinflussen. In 2026 rechnet Brand mit einem Schub in der Nachfrage, weil mehrere Stromer aus dem VW-Konzern auf den Markt kommen, deren Bruttolistenpreis um die 30.000 Euro kreist und die Gehaltsumwandlung attraktiver macht. Er ist überzeugt: „Wir werden schnell auf 3.000 und mehr Fahrzeuge springen.“
Quelle: Handwerk Magazin · 23.04.2026
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