Fachkräftemangel und Standortfragen im GaLaBau
Herausforderungen für Betriebe wachsen
Der Garten- und Landschaftsbau steht vor einer Reihe von Herausforderungen, die das Geschäftsmodell vieler Betriebe in Frage stellen. Neben den bekannten Problemen bei der Gewinnung von Fachkräften und Lehrlingen berichten Unternehmer von wachsender Unsicherheit bei Planungsprozessen und einer gefühlten Distanz zu politischen Entscheidungsträgern. Diese Situation führt bei manchen Betriebsleitern zu dem Gefühl, dass ihre Branche bei wichtigen Weichenstellungen übersehen wird.
Fachkräftemangel bleibt Kernproblem
Die fehlende Verfügbarkeit von ausgebildeten Arbeitnehmer – sowohl im Landschaftsbau als auch in angrenzenden Handwerksbereichen – stellt ein dauerhaftes Hindernis dar. Viele Betriebe können offene Stellen nicht besetzen und müssen deshalb auf Auftragsannahmen verzichten. Dies führt zu entgangenen Umsatzchancen und belastet die Ertragssituation.
Besonders problematisch ist der Nachwuchsmangel: Während sich weniger junge Menschen für eine Ausbildung im handwerklichen Bereich entscheiden, altern die Belegschaften vieler Betriebe. Investitionen in Ausbildungsplätze amortisieren sich oft nicht mehr, wenn unsicher ist, ob die ausgebildeten Fachleute danach auch im Betrieb verbleiben.
Regulatorische Lasten nehmen zu
Neben dem Fachkräftemangel berichten Betriebsleiter von steigenden bürokratischen Anforderungen. Von Arbeitsschutzbestimmungen über Umweltauflagen bis hin zu sich ändernden Vergabeprozessen – die Compliance-Anforderungen wachsen kontinuierlich. Dies zieht zusätzliche Kosten nach sich, die sich oft nicht ohne Weiteres auf die Kunden umlegen lassen, besonders wenn diese öffentliche oder halbstaatliche Auftraggeber sind.
Standortentscheidungen unter Druck
Einige größere GaLaBau-Betriebe überprüfen derzeit ihre Standortstrategien. Wenn die Kombination aus Personalkosten, Energiepreisen und regulatorischem Aufwand zu ungünstig wird, entstehen Anreize, Teile der Fertigung oder Dienstleistung zu dezentralisieren oder in andere Länder auszuweichen. Dies ist besonders bei Betrieben der Fall, die auch Produktionsanteile haben oder mit überregional tätigen Verbänden zusammenarbeiten.
Was Branchenakteure fordern
Aus dem GaLaBau werden folgende Unterstützungsmaßnahmen diskutiert: Erleichterungen bei der Fachkräftezuwanderung für Handwerksbetriebe, klare und stabile Regelwerke statt ständiger Änderungen, sowie eine bessere finanzielle Ausstattung öffentlicher Aufträge, um unrealistische Kostenerwartungen zu vermeiden.
Zudem wünschen sich viele Betriebsleiter mehr Dialog mit politischen Vertretern auf regionaler und überregionaler Ebene – nicht als Bittsteller, sondern als Partner in der Infrastrukturgestaltung.
Ausblick
Der GaLaBau wird die kommenden Jahre prägen, wie attraktiv Deutschland als Arbeits- und Geschäftsstandort für mittelständische Handwerksbetriebe bleibt. Eine gezielte Ansprache der Branche durch Politik und Verbände könnte hier Abhilfe schaffen.