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Fachkräftemangel im GaLaBau: Wenn Bürokratie Talente abschreckt

Fachkräftemangel im GaLaBau: Wenn Bürokratie Talente abschreckt

Der Garten- und Landschaftsbau kämpft seit Jahren mit einem massiven Fachkräftemangel. Während die Politik an verschiedenen Baustellen an Vereinfachungen arbeitet, bleibt eine zentrale Realität bestehen: Junge Menschen werden durch unnötige administrative Hürden von handwerklichen Karrieren abgeschreckt – und das schadet nicht nur den Betrieben, sondern der gesamten Branche.

Verwaltungsaufwand als stiller Bremsfaktor

Der Gedanke, dass staatliche Leistungen künftig automatisch gewährt werden könnten statt durch aufwendige Antragsprozesse, hat eine interessante Parallele zum Handwerk: Auch hier verzichten viele potenzielle Nachwuchskräfte aus Gründen, die gar nicht mit der Arbeit selbst zu tun haben, sondern mit den drumherum liegenden Hürden. Förderungen für Ausbildung, Weiterbildung oder Betriebsgründungen erfordern oft ein hohes Maß an Verwaltungskenntnis, das gerade junge Menschen abschreckt.

In einem GaLaBau-Betrieb sollte die Energie in die eigentliche Leistung fließen – in die Planung von Grünanlagen, die Ausführung hochwertiger Arbeiten und die Betreuung von Kundinnen und Kunden. Stattdessen binden bürokratische Anforderungen bei Förderprogrammen, Zertifizierungen und Compliance-Anfragen immer mehr Kapazität ab, besonders in kleineren und mittleren Unternehmen.

Attraktivität des Handwerks im Wettbewerb

Der GaLaBau konkurriert mit vielen anderen Branchen um qualifizierte Arbeitskräfte. Wenn die Karriere im Handwerk mit unnötigen administrativen Hürden beginnt oder wenn Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber ständig in Antragsformularen stecken, ist das ein Wettbewerbsnachteil gegenüber Branchen, die diese Last nicht tragen.

Eine Vereinfachung von Prozessen – ob bei der Beantragung von Förderungen, der Anerkennung von Abschlüssen oder der Beantragung von Leistungen für Arbeitnehmende – würde auch dem Handwerk Luft zum Atmen geben. Betriebe könnten ihre Energien auf Qualität, Innovation und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konzentrieren, statt sich durch Formulare zu kämpfen.

Digitalisierung als Lösung?

Die Vorstellung von einem automatisierten, antragslosen System klingt auch für den GaLaBau verlockend. Moderne Verwaltungsprozesse könnten nicht nur Zeit sparen, sondern auch die Fehlerquote senken und Betriebsabläufe transparenter gestalten. Digital verfügbare Informationen und automatisierte Genehmigungsverfahren würden vielen Betrieben helfen, schneller und effizienter zu arbeiten.

Allerdings zeigt die Praxis im Handwerk: Die Digitalisierung muss mittelstandsgerecht sein. Sie darf nicht zur zusätzlichen Last werden, sondern muss tatsächlich entlasten – auch für kleinere Betriebe ohne großes IT-Personal.

Fazit für die Branche

Der GaLaBau braucht nicht nur bessere Löhne oder modernere Maschinen, um wieder attraktiver zu werden. Ein wichtiger Hebel liegt auch darin, administrative Lasten zu senken und Prozesse zu vereinfachen. Wenn die Politik erkannt hat, dass unkomplizierte Leistungsvergabe sinnvoll ist, sollte dieses Prinzip auch für das Handwerk gelten – ob bei Ausbildungsförderung, betrieblichen Investitionen oder der Anerkennung von Qualifikationen.