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Mobilitätswende im GaLaBau: Pendlerverkehre und Klimaziele unter Druck

Mobilitätswende im GaLaBau: Pendlerverkehre und Klimaziele unter Druck

Die Diskussionen um Steuersätze im Verkehrswesen bekommen auch für Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus eine zunehmend größere Bedeutung. Während politische Debatten über Luftverkehrsabgaben geführt werden, stellt sich für die Branche eine grundlegendere Frage: Wie lassen sich die täglich anfallenden Mobilität und Logistik in Zeiten von Klimavorgaben wirtschaftlich sinnvoll gestalten?

Kosten für Anfahrten und Materiallogistik bleiben zentral

Für GaLaBau-Betriebe spielen Transportkosten eine entscheidende Rolle. Die An- und Abreise von Fachkräften, der Abtransport von Böden und Grünabfällen sowie die Lieferung von Baumaterialien und Pflanzen – all das wird durch Energiepreise und regulatorische Rahmenbedingungen unmittelbar beeinflusst. Während nationale Steuerdiskussionen oft auf das Fliegen konzentrieren, sind es im Handwerk eher die Kosten für Diesel, Benzin und Fahrzeugnutzung, die den täglichen Betrieb bestimmen.

Die Frage lautet deshalb: Welche Maßnahmen helfen dem Mittelstand tatsächlich weiter? Subventionen bestimmter Verkehrsmittel lösen das Problem nicht grundsätzlich, sondern verschieben es nur.

Nachhaltige Mobilität im Handwerk neu denken

Zukunftsorientierte Betriebe beginnen, ihre Logistik grundsätzlich zu überdenken. Dazu gehört die Optimierung von Fahrtrouten, die Zusammenfassung von Transporten oder die teilweise Umstellung auf elektrische Fahrzeuge bei innerstädtischen Einsätzen. Auch die Lagerhaltung vor Ort und die Zusammenarbeit mit lokalen Lieferanten können Fahrkilometer einsparen.

Wichtiger noch ist die Fachkräftemobilität: Viele Betriebe beschäftigen Mitarbeiter aus einem größeren Umland. Hier könnten bessere öffentliche Verkehrsmittel, flexible Arbeitszeiten oder Carsharing-Modelle entlasten – vorausgesetzt, die Infrastruktur ist vorhanden.

Regelungen müssen für Handwerk passen

Während große Konzerne mit globalen Supply Chains flexible Lösungen entwickeln können, brauchen kleinere und mittlere GaLaBau-Betriebe praktikable Rahmenbedingungen. Pauschale Steuervergünstigungen für einzelne Verkehrsmittel ohne Betrachtung der gesamten Branchensituation helfen wenig.

Zielführender wären vielmehr Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur in ländlichen Regionen, technische Unterstützung bei der Elektrifizierung von Fuhrparks und unbürokratische Förderungen für kleine Betriebe. Auch die Planungssicherheit bei Klimavorgaben ist wichtig – Betriebe müssen investieren können, ohne ständig fürchten zu müssen, dass neue Regelungen ihre Kalkulationen durcheinander werfen.

Brancheneigene Lösungen als Weg

Manche GaLaBau-Verbände und Netzwerke erkunden bereits Kooperationsmodelle: gemeinsame Materiallogistik, regionale Lieferketten oder Fachkräfte-Shuttle-Services. Solche Bottom-up-Ansätze sind oft effizienter als Top-down-Steuervergünstigungen und schaffen gleichzeitig neue Geschäftsmodelle.

Die Mobilitätswende im Handwerk wird nicht durch einzelne Steuerentscheidungen gelöst, sondern durch ein kohärentes Zusammenspiel von Infrastruktur, technischen Möglichkeiten und wirtschaftlicher Planbarkeit – immer mit Blick auf die Realität von kleinen und mittleren Betrieben.