UV-Schutz am Arbeitsplatz – Anforderungen für GaLaBau-Betriebe
Die steigende Zahl von Hautkrebserkrankungen in der Bevölkerung ist auch für die Garten- und Landschaftsbaubranche ein wichtiger Weckruf. Mitarbeitende, die täglich im Freien arbeiten, sind einer deutlich höheren UV-Strahlenbelastung ausgesetzt als Beschäftigte in Innenräumen. Für Betriebe des GaLaBau ergibt sich daraus eine erhöhte Verantwortung, ihre Teams vor den Folgen chronischer Sonneneinstrahlung zu schützen.
Berufliche Belastung durch UV-Strahlung
Arbeiten im Außenbereich gehören zum Kerngeschäft von Landschaftsgärtnern, Tiefbauunternehmen und Straßenbauern. Ob beim Verlegen von Belägen, beim Herstellen von Grünanlagen oder bei Erdarbeiten – die meisten Tätigkeiten finden unter freiem Himmel statt. Die Haut wird dabei über Stunden hinweg direkter und indirekter Sonnenstrahlung ausgesetzt, was das Risiko für Hautveränderungen und deren ernsthafte Folgen erheblich erhöht.
Im Gegensatz zu gelegentlicher Freizeitbestrahlung addiert sich die berufliche Exposition über Jahre und Jahrzehnte einer Arbeitskarriere. Diese chronische Belastung ist medizinisch ein anerkannter Risikofaktor. Betriebsräte und Arbeitgeber müssen dies bei ihrer Sicherheitsbetrachtung ernstnehmen.
Prävention als Unternehmensaufgabe
Wirkungsvolle Prävention beginnt nicht erst mit persönlichen Schutzmaßnahmen. Zunächst sollten organisatorische Maßnahmen geprüft werden: Lässt sich Arbeitszeit in die frühen Morgen- oder späteren Abendstunden verschieben, wenn die UV-Intensität geringer ist? Können Arbeitsplätze durch mobile Sonnenschirme, Zelte oder andere Strukturen beschattet werden?
Erst wenn Zeitverlagerung und Schattierung nicht ausreichen, kommen persönliche Schutzausrüstungen ins Spiel. Dazu zählen:
- Spezielle UV-Schutzkleidung mit langer Bedeckung und UV-Filterfunktion
- Sonnenschutzcreme mit angepasssetem Lichtschutzfaktor
- Kopfbedeckungen mit Nackenbereich
- Sonnenbrillen mit UV-Schutz
Die bloße Bereitstellung dieser Mittel reicht jedoch nicht aus. Mitarbeitende müssen regelmäßig geschult werden, wie sie diese korrekt und konsequent anwenden.
Unternehmenskultur und Vorsorge
Ein wichtiger Aspekt liegt in der Unternehmenskultur. Viele Handwerksbetriebe haben lange Zeit Sonnenschutz eher als Unannehmlichkeit oder Schwachstelle wahrgenommen. Moderne Betriebe verstehen Hautschutz hingegen als Teil ihrer Fürsorgepflicht und als Investition in die Gesundheit ihrer Belegschaft.
Regelmäßige arbeitsmedizinische Betreuung und Aufklärung über Hautveränderungen können frühzeitig helfen, problematische Entwicklungen zu erkennen. Einige Betriebe bieten ihren Mitarbeitern entsprechende Vorsorgetermine an.
Fazit
Die gestiegenen Hautkrebsquoten sollten für GaLaBau-Betriebe Anlass sein, ihre Schutzkonzepte kritisch zu überprüfen. Wirksamer Sonnenschutz ist kein Luxus, sondern eine notwendige Investition in Arbeitsschutz und Mitarbeitendenzufriedenheit. Unternehmen, die dieses Thema ernst nehmen, positionieren sich zudem als attraktive Arbeitgeber in einem wettbewerbsintensiven Markt.